Aphorismus

Ende und Beginn

Jeder Tod ist das Ende, jede Geburt der Beginn der Welt.

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Aphorismus

Tod

Die herbstlich gefärbten und so lebensfroh leuchtenden Blätter lassen sich vom Wind jagen und führen dabei noch einen wilden Tanz auf, als wäre es ihnen eine Freude, wieder einmal ein Jahr hinter sich gebracht zu haben. Ach, wenn auch der Mensch einmal im Jahr alles hinter sich lassen und Ruhe finden könnte, um im nächsten wieder neu ins Leben einzutauchen. Doch es scheint, am Tod liegt ihm mehr.

Gedicht

knochen

selbst die hunde haben
ihr recht auf knochen verwirkt
und die leere der atemluft
durchschnüffeln sie
vergebens nach aromen

nicht einmal den hauch
jenes dufts auf den sie
abgerichtet sind hinterlässt
man ihnen und niemand
ist da der ihnen noch befiehlt

nicht mehr lange und sie schlafen
sich hinüber in den tod
wo das leben der seligen tobt
und man sogar sinnlos gewordenen
hunden knochen hinwirft

Aphorismus

Aus dem Tod gegriffen

Das Leben sei nun einmal so, die Geschichte sei aus dem Leben gegriffen: Mit solchen oder ähnlichen Kommentaren werden Romane bedacht, die sich darauf konzentrieren, in die Abgründe der menschlichen Seele vorzudringen, indem sie Verbrechen bis in zum Mord in den Mittelpunkt der fiktiven Handlung rücken. Abgesehen davon, dass bereits das ein Widerspruch in sich ist: Derlei ist keineswegs aus dem Leben gegriffen, sondern aus dem Tod.