Aphorismus

Karriere und Arbeit

Selbst den aufgeklärtesten Geist verlassen heutzutage die Geister, wenn er das Wort „Karriere“ auch nur hört. Diesem zuliebe lässt er sich nicht nur materiell und geistig ausplündern, er hält es sogar für ein Menschenrecht, Karriere zu machen. Irgendwann wird er aber einsehen müssen, dass er nichts anderes getan hat als gearbeitet.

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Aphorismus

Permanente Härte

Arbeiten ist für Comedians. Diese These legt die Aussage einer Verlagsmanagerin von Grunder und Jahr nahe, die in einem Interview sagt: „Ich habe wirklich viel Arbeit, aber die macht mir irrsinnig viel Spaß.“ Eine Verlagsmanagerin, die irrsinnigen Arbeitsstress mit irrsinnigem Arbeitsspaß zu neutralisieren versteht, hat an dieser Stelle eine Schweigezeile verdient.
…Schweigezeile…
Doch die Spaßbremse folgt auf dem Fuße, als das Thema „Entlassungen“ angeschnitten wird. Die machen ihr nämlich nicht mehr irrsinnig viel, die machen ihr gar keinen Spaß. Doch sie tröstet sich mit der geradezu pädagogisch zu nennenden Erkenntnis, dass sie mit permanenter Milde keinem Menschen helfe. Eine Prise Milde zwischendurch muss reichen. Es ist ein altes Managergesetz: Seinen Angestellten hilft man nur mit permanenter Härte. Sonst könnte einem ja der irrsinnig viele Spaß vergehen.

Der Link zum Interview: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/zeitschriftenverlag-gruner-jahr-wir-werden-uns-radikal-veraendern-12567672.html